Seit über zwei Monaten informiert und berät die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES ihre Mitglieder und weitere interessierte Kreise zeitnah zur aktuellen Lage wegen Corona und ihren Folgen für das kirchliche Leben. Sie bedankt sich herzlich für die zahlreichen Beiträge und Feedbacks dazu! In den Kirchen wird die Corona-Situation, wie in der Gesellschaft insgesamt, unterschiedlich eingeschätzt. Auch unter allmählich gelockerten Notstands-Massnahmen engagiert sich die SEA-RES weiter für Fragen und Forderungen, die Kirchen und christliche Werke betreffen.

 

Nach wie vor können keine Gottesdienste stattfinden. Das ist auch aus Sicht der Schweizerischen Evangelischen Allianz bedauerlich. Nun fordern immer mehr Stimmen den Bundesrat dazu auf, kirchliche Veranstaltungen baldmöglichst wieder zu erlauben. Die SEA-RES hat früh auf die kooperative Erarbeitung von Schutzkonzepten gesetzt, denen auch eine allgemeine Einschätzung der Situation vorausgeht. Sie wurden in gegenseitiger Absprache zwischen SEA-RES, Freikirchenverband VFG, Evangelisch-reformierter Kirche Schweiz EKS sowie der Schweizerischen Bischofskonferenz SBK formuliert und beim Bund eingereicht. Dies ist für die SEA-RES der dienlichste Weg, um die Behörden zu überzeugen, dass das Versammlungsverbot gelockert werden kann und damit Gottesdienste und andere Versammlungen wieder stattfinden können. Es ist sicherzustellen, dass sie in einem verantwortbaren Rahmen durchgeführt werden.

 

Mit der Erarbeitung von Schutzkonzepten haben die Kirchenverbände einen aktiven Beitrag geleistet, damit baldmöglichst wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Professor Stefan Schweyer schreibt, dass es in theologischer Hinsicht sinnvoll und geboten sei, «baldmöglichst im grösstmöglichen Rahmen mit möglichst minimalen Hürden Gottesdienste zu feiern». Hürden sollten dabei nicht höher gesetzt werden, als es der Staat fordert. Infrastrukturmassnahmen in Schutzkonzepten für Gottesdienste seien jedoch nicht als Einschränkung zu betrachten, sondern als Abbau von Teilnahmebarrieren.

 

Nicht nur laute Töne zeigen Wirkung
Man mag teilweise vermisst haben, dass in der Öffentlichkeit nicht mit mehr Lautstärke und Vehemenz auf die Kirchen und ihre wertvollen Dienste hingewiesen wurde. Über Bundeshaus-Journalisten haben SEA-RES und VFG mehrfach Fragen bezüglich Kirchen vor dem Bundesrat eingebracht. Teilweise wurden diese aufgenommen. Zudem hat sich in der Kommunikation mit den Behörden der kürzlich von der SEA-RES mitgegründete und unterstützte Verein «Christian Public Affairs» bewährt. Dieser konnte direkt mit der Direktion des Bundesamts für Gesundheit BAG in Kontakt treten und die kirchlichen Anliegen einbringen.

 

Ja, auch die SEA-RES hätte sich darüber gefreut, wenn die Kirchen in der Kommunikation des Bundesrats früher Erwähnung und Wertschätzung gefunden hätten. Es ist wohl auch ein bedauerliches Zeichen unserer Zeit, dass unsere Verantwortungsträger nicht selbstverständlich die geistlichen Bedürfnisse der Menschen miteinbeziehen und ansprechen. Das heisst aber nicht, dass wir als Kirchen nicht auch von den Rändern der Gesellschaft hoffnungsvoll in sie hineinwirken könnten.

 

Die SEA-RES hatte bereits vor Ostern allen Bundesrätinnen und Bundesräten einen Brief geschrieben, um ihnen für ihre Arbeit zu danken, unser Gebet zu versichern und sie darauf aufmerksam zu machen, die Bedeutung der Kirchen in dieser Zeit nicht zu vergessen oder unterschätzen. Eine ermutigende Antwort kam insbesondere von Bundesrätin Viola Amherd: