Der Bundesrat hat neue Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben angeordnet, um die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu senken. Die Maximalzahl von 50 Personen bei Veranstaltungen und das Verbot für Laienchöre betreffen auch die Kirchen direkt. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ermutigt zu einem chancen- und hoffnungsorientierten Umgang mit dieser mit vielen Unsicherheiten behafteten und berechtigterweise unterschiedlich interpretierten Situation.

 

Die neusten, vorerst unbefristet geltenden Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind einschneidend und schmerzhaft – auch für das kirchliche Leben. So sind Veranstaltungen noch mit maximal 50 Personen gestattet. Die Kantone können diese Obergrenze jedoch tiefer ansetzen, wie es aktuell in Bern (15), Wallis (10) sowie Schwyz und Solothurn (30 Personen) der Fall ist. Da sich dies jedoch laufend ändern kann, lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen kantonalen Bestimmungen.

 

Proben von Laienchören sind generell untersagt. Dieses Verbot beinhaltet auch den Gemeindegesang. Davon nicht betroffen sind Musikbands und Kirchenmusiker, die mit Masken proben und im Gottesdienst auf der Bühne auch ohne Maske auftreten dürfen. Die grundsätzlich bereits in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen geltende Maskenpflicht wird auf die Aussenbereiche von Veranstaltungsorten ausgeweitet. Am Arbeitsplatz muss ebenfalls eine Maske getragen werden, sofern der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen nicht eingehalten werden kann.

 

Trotz aller Herausforderungen, die diese neuerlichen Einschränkungen im Gestalten und Leben von Kirche bedeuten, gibt es Wege und Mittel, wie sie sowohl für ihre Mitglieder als auch für ihr Umfeld da sein kann. Dies hat nicht zuletzt der von der Schweizerischen Evangelischen Allianz und dem Dachverband Freikirchen.ch kürzlich online durchgeführte «Thinktank Kirche und Corona» gezeigt. Die dort geäusserten Überlegungen und Ideen machen Mut, im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten Neues auszuprobieren. Einige Beispiele: eine gute Balance zwischen digitalen Angeboten und physischer Präsenz finden; Raum schaffen zum Klagen und Trauern, zum Aussprechen von Ängsten, zum Innehalten; vermehrt in Kleingruppen feiern; kirchenintern eine offene Diskussion über die Zukunft führen; in die Sprachfähigkeit der Mitglieder investieren; den Glauben als tragende Kraft lokal sicht- und erlebbar machen.

 

Unterschiedliche Meinungen – gemeinsames Ziel

Die SEA erachtet das Vorgehen der Behörden nicht als unzulässige Beschneidung der Religionsfreiheit. Sie anerkennt das Bemühen der Regierung um einen Weg, der das alltägliche Leben so wenig wie nötig einschränkt und doch eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert.

 

Es gilt in dieser Pandemie demütig einzugestehen, dass wir keine Gewissheiten haben. So ist es auch verständlich, dass es sehr viele verschiedene Beurteilungen der gegenwärtigen Situation gibt. Gerade deshalb ist die SEA überzeugt: Die Krise kann eine Chance sein, wenn Christinnen und Christen den Blick statt auf Differenzen auf die gemeinsame Mitte – das Evangelium von Jesus Christus – richten, um gemeinsam in der Gesellschaft Zeichen der Hoffnung zu setzen.