Bild: Fritz Imhof

Wie kann das Evangelium die Wirtschaftswelt beeinflussen? Dieser Frage stellte sich das Leiterforum des Freikirchenverbandes und der Schweizerischen Evangelischen Allianz in Oberägeri. Die Fragestellung fand eine interessante Antwort und wurde lebhaft diskutiert. Aufgrund eines Impulsreferats stand alsbald die These im Raum: Glaube und Wirtschaft beeinflussen sich gegenseitig.

 

Dazu diskutierten die Unternehmerinnen Christina Bachmann-Roth und Florence Willy sowie die Unternehmer Christoph Leimgruber und Markus Mahler. Sie wiesen einerseits darauf hin, dass auch christliche Gemeinden unternehmerisch handeln sollten. Fachleute aus der Wirtschaft könnten sie darin unterstützen, war man sich auf dem Podium einig, das vom Prosperita-Geschäftsführer Joel Blunier geleitet wurde. Die Kirchen könnten andererseits Unternehmer dabei unterstützen, ganzheitlich gesund zu bleiben und christliche Werte in der Wirtschaft umzusetzen. Denn es gebe Momente, in denen man sich aufgrund der eigenen Werthaltung auch gegen ein gutes Geschäft entscheiden müsse, bestätigte Christoph Leimgruber. Dazu sei es wichtig, dass auch die Mitarbeitenden die Werte des Chefs kennen und akzeptieren. Wirtschaftsleute hätten Begabungen, die nicht nur für den Werktag gelten, zum Beispiel Innovationsgeist und Mut. Doch sie müssten diese Begabungen auch der Kirche anbieten.

 

Mit Menschen unterwegs

Menschen aus Wirtschaft und Kirche hätten gemeinsam, dass sie mit Menschen unterwegs sind, unterstrich Markus Mahler. Um sich auszutauschen, pflege er eine Zweierschaft mit einer Leiterperson aus seiner Kirche.

 

Florence Willy sieht die Kirchenleute auch als Coaches und setzt auf Erfahrungsaustausch. So könnten sie von Fachkenntnissen der Unternehmer profitieren, zum Beispiel beim Aufbau von Netzwerken oder Projekten zur langfristigen Finanzierung der Gemeindearbeit. Sie verwies auf ein Beispiel, bei dem eine Kirchgemeinde auf Anraten von Vertretern aus der Wirtschaft einen Teil ihres Areals mit Mietwohnungen überbaute.

 

Christina Bachmann-Roth schlug Kirchenleitern vor, sich im lokalen Gewerbeverband zu engagieren. Dort könnten sie unkompliziert Beziehungen auf Augenhöhe auch mit Wirtschaftsleuten ohne kirchlichen Bezug aufbauen – und dabei Interesse für die Kirche wecken. «Die Kirche soll beraten und unterstützen, auch im Umgang mit Geld», so die Unternehmerin. Sie schlug Kirchen zudem vor, Menschen aus der Wirtschaft frühmorgens einen Raum der Stille, eine Liturgie oder ganz einfach eine offene Kirche anzubieten.

 

Das Forum bot den rund 80 Leiterinnen und Leitern von Werken, Ausbildungsstätten, Gemeindeverbänden und Allianzsektionen im Übrigen viel Raum für Begegnungen, Netzwerken und Austausch.

 

(Fritz Imhof/SEA)