Der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK, Gottfried Locher, und der Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA, Marc Jost, haben in einem Interview mit Radio Life Channel aus theologischer, gesellschaftspolitscher und persönlicher Sicht über die «Ehe für alle» diskutiert. Ein Thema, das spaltet, aber die gemeinsame Basis des Glaubens nicht in Frage stellen muss.

 

Wie versteht man die Bibel, wenn es um das Thema Homosexualität geht? Was ist Gottes Schöpfungswille? Darf man überhaupt noch eine ablehnende Meinung zur «Ehe für alle» haben? Muss man als Kirche alles übernehmen, was der Staat sagt? Wie sieht es mit dem traditionellen Familienmodell und dem Kindeswohl aus? Ist Gleichberechtigung nur eine Illusion?

 

Diese und viele andere Fragen und Reaktionen hat das Interview mit SEK-Präsident Gottfried Locher, das Mitte August im Tages Anzeiger erschienen ist, in der Gesellschaft und insbesondere in christlichen Kreisen ausgelöst. SEA-Generalsekretär Marc Jost gibt diesen Fragen und Bedenken im Gespräch mit Gottfried Locher bei Radio Life Channel eine Stimme. Ihre verschiedenen Argumente und Perspektiven werden beispielsweise in der Frage deutlich, wie man die Bibel bezüglich Homosexualität versteht oder wo man in der Gesellschaft die Grenzen setzen soll.

 

Einig sind sie sich aber darin: Verschiedene Interpretationen und Ansichten sind ein Recht und eine Tatsache, auch unter Christen. Wichtig ist jedoch, dass man die Unterschiede aushalten kann und die Einheit bewahrt. Die SEA und der SEK wollen das Gespräch und das Verständnis unter den Kirchen im Umgang mit verschiedenen Meinungen weiterhin fördern.