Seit Anfang Woche gelten erneut weniger strenge Massnahmen gegen das Coronavirus. So hat der Bundesrat etwa den einzuhaltenden Abstand auf 1,5 Meter reduziert sowie Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen wieder erlaubt, sofern die Kontakte nachverfolgt werden können. Die schnellen Lockerungen sollten aber aus Sicht der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA-RES nicht zu einer unvorsichtigen Gleichgültigkeit führen.

 

Der Bundesrat setzt mit den neusten Lockerungen verstärkt auf eigenverantwortliches Handeln. Das Abstandhalten und die unverändert geltenden Hygieneregeln bleiben die wichtigsten Schutzmassnahmen. Mit dem Wechsel zurück von der «ausserordentlichen» zur «besonderen» Lage liegt die Hauptverantwortung wieder bei den Kantonen, das heisst, sie können im Bedarfsfall eigene Massnahmen ergreifen.

 

Auch für kirchliche Veranstaltungen bringen diese Veränderungen weitere Möglichkeiten mit sich. Der Abstand zwischen Personen muss nur noch 1,5 Meter betragen. Da der erforderliche Abstand im Rahmen von Gottesdiensten kaum durchgängig gewährleistet ist, sollen weiterhin Kontaktlisten (Vor- und Nachname, Telefonnummer und neu auch Postleitzahl) geführt werden.

 

Auf Gemeindegesang ist dann zu verzichten, wenn der Mindestabstand sowie eine gute Belüftung der Räumlichkeiten nicht gewährleistet sind. Der Freikirchenverband empfiehlt, beim Singen Masken zu tragen. Das Kirchenkaffee kann unter Einhaltung eines Abstands von 1,5 Metern zwischen den Tischen wieder stattfinden. Für Personen ab 65 Jahren und solche mit Vorerkrankungen gelten über die allgemeinen Schutzmassnahmen hinaus keine besonderen Empfehlungen mehr. Der Besuch von Veranstaltungen liegt in ihrer eigenen Verantwortung.

 

Aufgehoben hat der Bund die Empfehlung, im Home-Office zu arbeiten, sowie die Vorgaben zum Schutz besonders gefährdeter Personen. Beides liegt in der Entscheidung der Arbeitgeber bzw. in deren Pflicht, die Gesundheit ihrer Angestellten zu schützen. Auch das SEA-Team ist ab Juli wieder im Büro in Zürich anzutreffen und hat ein entsprechendes Schutzkonzept erstellt.

 

Aktualisierte Schutzkonzepte für Frei- und Landeskirchen
Der Freikirchenverband und die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS haben ihre Schutzkonzepte entsprechend wieder aktualisiert. Sie sind – sobald fertiggestellt – erneut im Corona-Dossier auf der SEA-Webseite verfügbar.

 

Zwar sind die Zahlen der Neuansteckungen nach wie vor erfreulich tief. Doch ist auch die Gefahr von neuerlichen Ausbrüchen nicht gebannt, wie aktuelle Beispiele aus dem Ausland zeigen. Zudem hat der Bundesrat mit der Bekanntgabe der jüngsten Lockerungen gleichzeitig auf die Möglichkeit einer zweiten Welle von Ansteckungen hingewiesen und das Vorgehen in diesem Fall skizziert. Aus diesen Gründen erachtet es die SEA-RES für angebracht, weiterhin Vorsicht walten zu lassen, und appelliert an die Eigenverantwortung.