Die Einheit als ein zentrales Zeichen für das Wirken Gottes in dieser Welt, der gesellschaftliche Einfluss im Stil von Jesus sowie die pure Freude an Gottes Gnade: Mit diesen Worten skizzierte Andi Bachmann-Roth, der neue Co-Generalsekretär der SEA, an der Delegiertenversammlung in Zürich vor rund 60 Gästen seine Vision. Seine Einsetzung sowie die gebührende Verabschiedung seines Vorgängers, die Vorstellung der neuen Jugendbeauftragten, die Wahl eines neuen Vorstandsmitglieds und die Genehmigung der erneuerten Glaubensbasis der SEA bildeten die Höhepunkte des Anlasses.

 

Der Leitungswechsel bei der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA hatte zwar bereits vor drei Monaten stattgefunden. Doch die Delegiertenversammlung bot auch mit Verspätung noch einen würdigen Rahmen für die Verabschiedung des Co-Generalsekretärs Matthias Spiess und die Einsetzung seines Nachfolgers Andi Bachmann-Roth. Matthias fasste seine über 6000 Arbeitstage im Dienst der SEA mit der Erkenntnis zusammen: «Strukturen sind wichtig, aber ohne den Geist Gottes gibt es kein Leben.» Ausserdem gehe es darum, lebensbejahende biblische Gegenkonzepte zum Mainstream zu haben, um damit in die Gesellschaft zu wirken. Die gesellschaftliche Einflussnahme ist auch für Andi Bachmann-Roth eines der zentralen Anliegen der SEA: «Wir wollen uns dabei am Stil von Jesus orientieren, der seine Macht durch Selbsthingabe bewies.»

 

Für Unterhaltungswert sorgte das SEA-Team, das mit einer spielerischen Überraschung aufwartete. Es funktionierte die Bühne flugs in einen Tenniscourt um und forderte den passionierten Tennisspieler Matthias – ein letztes Mal – zum Duell heraus.

 

Bibel an prominenter Stelle
Mit der Genehmigung einer erneuerten Fassung der Glaubensbasis fand an der DV auch ein langes Projekt einen guten Abschluss, das noch in die Schaffenszeit von Matthias Spiess fällt. In Zusammenarbeit mit den Allianzen aus Deutschland und Österreich hatte die SEA eine sprachliche Auffrischung des an die Glaubensbasis der Europäischen Evangelischen Allianz angelehnten deutschen Textes vorgenommen. Aufgrund von Anregungen in der internen Vernehmlassung wurde der Bibel als Offenbarung des dreieinen Gottes eine prominentere Position eingeräumt. Sie steht nun an zweiter Stelle des acht Punkte umfassenden, von der Delegiertenversammlung verabschiedeten Bekenntnisses.

 

Ebenfalls neu ist die Zusammensetzung des Vorstands: Markus Flückiger ist nach fünf Jahren im SEA-Vorstand zurückgetreten. An seiner Stelle wählten die Delegierten einstimmig Irene Rodrigues. Als multikulturell geprägte Person – aufgewachsen in Westafrika, verheiratet mit einem Brasilianer – wird sie besonders auch die Stimme der Migrationsgemeinden und das Anliegen der Integration von Migranten in Schweizer Gemeinden in die Allianz einbringen. Ebenso diskussionslos wurden Sabine Fürbringer für eine zweite und Präsident Wilf Gasser für eine vierte Amtsperiode bestätigt.

 

Herausgeforderte Einheit und gesunde Finanzen
Der Jahresrückblick stand unter dem Motto «gemeinsam Spannungen aushalten». In der Tat war das Jahr 2019 mitunter geprägt von spannungsgeladenen Themen, anhand derer sich aber auch zeigen konnte, dass die Einheit in Christus diesem Spaltpotenzial gewachsen ist. Es gab sogar neue Mitgliedschaften aufgrund der differenzierten Auseinandersetzung der SEA mit Themen wie zum Beispiel der Erweiterung der Rassismus-Strafnorm um die sexuelle Orientierung.

 

Finanziell ist die Schweizerische Evangelische Allianz gut aufgestellt. Allerdings muss im laufenden Jahr eine grosse Lücke wettgemacht werden, da wegen der Corona-Krise ein bisheriger Grossspender seine Zuwendung halbiert hat.