Nach den neusten Entscheiden des Bundesrats stehen auch für die Kirchen und christlichen Werke weitere Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen in Aussicht. So sind ab dem 6. Juni etwa Treffen in Kleingruppen und Ferienlager wieder möglich, sofern die Abstandsregeln und weitere Vorgaben gemäss Schutzkonzepten eingehalten werden. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES hat erneut die wichtigsten Entscheide zusammengestellt und dazu einige Detailabklärungen getroffen.

 

Der Bundesrat hat die nächsten Lockerungen der Massnahmen gegen das Coronavirus bekanntgegeben. Bereits vergangene Woche hatte er die Wiederzulassung von Gottesdiensten unter Auflagen ab Pfingsten kommuniziert. Nun sind eine Woche später, ab dem 6. Juni, auch alle anderen Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt. Dazu zählen Vereinsaktivitäten wie Versammlungen aber auch Kleingruppentreffen und Jugendanlässe, die unter Einhaltung von Distanz- und Hygieneregeln und mit Präsenzlisten wieder vor Ort stattfinden können. Der einzuhaltende Abstand im Sitzen von jeweils einem leeren Stuhl zwischen zwei Personen und einem Meter Abstand zwischen Stühlen und Reihen sowie der vorgeschriebene Platzbedarf von 4 m2 pro Person im Stehen gelten gemäss Auskunft des Bundesamts für Gesundheit BAG ebenso für kirchliche Veranstaltungen.

 

Ein weiterer Öffnungsschritt, der die Kirchen und christlichen Organisationen potenziell betrifft, ist die Durchführung von Kinder- und Jugendlagern. Sie sind in der Schweiz ebenfalls ab dem 6. Juni möglich mit bis maximal 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wobei Präsenzlisten geführt werden müssen, sowie unter Anwendung eines entsprechenden . Von Lagern im Ausland rät das BAG hingegen noch ab.

 

Das Führen von Präsenzlisten erachtet die SEA-RES bei Veranstaltungen von Kirchen und christlichen Organisationen insofern als unproblematisch, als sie die meisten Besucherinnen und Besucher kennen, die Daten nur im Verdachtsfall an die zuständige Stelle des Kantons weitergeben und nach 14 Tagen wieder vernichten. Schliesslich dienen sie einzig dem in der aktuellen Situation nachvollziehbaren Zweck, allfällige Ansteckungsketten möglichst zurückverfolgen und unterbrechen zu können.

 

Der Bundesrat empfiehlt weiterhin, nach Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten, um grössere Menschenansammlungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verhindern. Die SEA setzt dies noch bis Ende Juni um und wird voraussichtlich ab der Sommerpause wieder vermehrt vor Ort im Büro arbeiten.

 

Die Schutzkonzepte für landeskirchliche (der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS) und freikirchliche Gottesdienste (des Verbands Freikirchen.ch) werden nach dem jüngsten Entscheid des Bundesrats auf der Grundlage des aktualisierten BAG-Rahmenschutzkonzepts erneut aufdatiert und wieder auf der SEA-Webseite zum Coronavirus zur Verfügung gestellt. Ebenso werden dort die aktuellen Schutzkonzepte für Kinder- und Jugendlager sowie Kleingruppen aufgeschaltet, sobald sie vorliegen. Die einzelnen Kirchen und Gemeinden sind selbstverständlich frei zu entscheiden, ob sie unter den aktuell geltenden Auflagen wieder Veranstaltungen vor Ort durchführen oder lieber noch zuwarten wollen.