Wir haben ein Problem. Wir sind mitverantwortlich. Und: Wir müssen und können etwas tun. StopArmut sensibilisiert und animiert insbesondere Christen und Christinnen zu einem gerechten Lebenswandel, auch mit der diesjährigen Online StopArmut-Konferenz «Wasser – Durst nach Gerechtigkeit». Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben vom 13. bis 22. März erfahren, wie schlecht es um das Wasser und die Wassergerechtigkeit auf unserer Erde steht. Die Not und der Handlungsbedarf wurden offensichtlich, genauso aber auch Lösungsansätze.

Wir haben ein Problem: Wir, das ist die Welt. Täglich sterben Tausende Menschen, weil ihnen der Zugang zu sauberem Wasser fehlt. Jean Ziegler, Vizepräsident des Beratenden Ausschuss des UNO-Menschenrechtsrats, wurde am Start-Event der 12. StopArmut-Konferenz deutlich: «Das Kind, das heute an der Seuche, an Cholera stirbt, wird ermordet. Denn das weltweit vorhandene Trinkwasser würde genügen, wenn es gerecht verteilt würde.» Spätestens nach dem Workshop «Mehr Klobalisierung» war klar, warum es beim 6. UNO-Ziel für nachhaltige Entwicklung nicht nur um Wasser, sondern auch um sanitäre Anlagen geht. Damit dieses Ziel – sauberes Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen für alle – bis 2030 erreicht werden kann, müssen wir handeln. Dieser Apell wurde immer wieder deutlich hörbar.

Wir sind mitverantwortlich: Wir, das ist die Schweiz. Felix Gnehm, Geschäftsleiter von Solidar Suisse, machte in seinem Referat deutlich, dass die Schweiz, das Wasserschloss Europas, noch kein Wasserproblem hat. Wir haben genug Wasser. Aber die Schweiz ist mitverantwortlich für die Wasserknappheit in anderen Ländern. Über 3000 Liter Wasser verbrauchen wir durch unseren Konsum pro Tag im Ausland – auch dort, wo es knapp ist. Und als wohlhabendes Land tragen wir übermässig zum Klimawandel bei, der den Wassermangel noch verschärft, während die Folgen vor allem arme Länder im globalen Süden tragen.

Wir, das sind auch die Christen und Kirchen. «Wenn wir ganze biblische Bücher anschauen, kommen wir um das Thema der Gerechtigkeit nicht herum», zeigte Matthias Wenk, Pastor der Kirche BewegungPlus Burgdorf, in seinem Referat auf. Wasser und Gerechtigkeit sind zudem in der Bibel eng verwoben – beide werden als grundlegend dafür genannt, dass Leben möglich ist. «Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit führen dazu, dass Gott auch nicht mehr zu den Ausbeutern spricht, selbst wenn diese ihn suchen. Gott suchen und gerecht leben müssen zusammengehen!»

Wir können etwas tun: Die Konferenz schloss nicht mit einem erdrückenden Gefühl angesichts des überwältigenden Problems und unserer Verantwortung. «In der Demokratie gibt es keine Ohnmacht», betonte Jean Ziegler. In den Referaten und den Workshops wurden Lösungen präsentiert und Möglichkeiten vorgestellt, wie wir gemeinsam einen Beitrag zu mehr Wassergerechtigkeit leisten können. Am Schluss-Event haben die Teilnehmenden über 60 konkrete Möglichkeiten dazu zusammengetragen, von «weniger Fleisch konsumieren» über «dem Eco Church Network beitreten» bis «Petitionen unterschreiben/abstimmen/wählen». Mit unserem Lebensstil, in unseren Kirchen, in der Wirtschaft und Politik können wir etwas bewegen.

StopArmut sensibilisiert und regt an
Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden sensibilisiert und angeregt, so zu leben und dafür einzustehen, dass die Wassergerechtigkeit zunimmt und Armut reduziert werden kann. Mit Angeboten wie dem «Just People-Kurs», dem Eco Church Network oder Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil gibt StopArmut darüber hinaus allen Interessierten auch konkrete Tools dafür in die Hand.

Kontakte
Florian Glaser
Hauptverantwortlicher StopArmut-Konferenz
Tel. 079 753 65 86
florian.glaser@stoparmut.ch

Matthieu Dobler Paganoni
Geschäftsführer INTERACTION & StopArmut
Tel. 076 580 21 41
matthieu.dobler@interaction-schweiz.ch

Weitere Informationen
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