Am 15. September findet in Bern wieder ein «Marsch für’s Läbe» statt. «Abtreibung und der Schmerz danach» lautet in diesem Jahr das Thema. Auf dem Bundesplatz werden betroffene Frauen und Männer über die Leiden sprechen, mit denen sie nach einer Abtreibung konfrontiert wurden.

Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA ist auch dieses Jahr am «Marsch für’s Läbe» beteiligt, weil Fragen des Lebens und vor allem auch Fragen der Solidarität mit den Schwächeren in unserer Gesellschaft zu ihren Kernanliegen gehören. Das Polizei-Aufgebot wird wieder beeindruckend sein, welches offenbar nötig ist, um die freie Meinungsäusserung sicher zu stellen.

Das Thema bleibt brisant. Es ist zum Beispiel verstörend in den Medien zu lesen, dass in Island keine Kinder mehr mit Trisomie 21 geboren werden. Auch in der Schweiz zeigen neuste Zahlen, dass statt der statistisch zu erwartenden 350 Kinder mit Down Syndrom nur noch 70 pro Jahr zur Welt kommen. 80 % der vorgeburtlich festgestellten Down Syndrom Babies werden somit abgetrieben.

Abtreibung ist Tabu
Mit Entrüstung haben wir im Schulunterricht noch zur Kenntnis genommen, wie im «Dritten Reich» über wertes und unwertes Leben entschieden wurde. Die heutige «Eugenik» haben wir hingegen bereitwillig akzeptiert. Vielleicht auch, weil wir sie mit einer falsch verstandenen Barmherzigkeit begründen. Man will betroffenen Kindern die Herausforderung eines Lebens mit Behinderung nicht zumuten. Oder Eltern muten sich selbst die Herausforderung eines Lebens mit einem Kind mit Beeinträchtigung nicht zu.

Über die Jahre haben wir uns daran gewöhnt, dass Abtreibung in den diversen Notsituationen als hilfreiche Lösung und unproblematische Entscheidung dargestellt wird. Über Gewissensbisse oder psychische Probleme als Folge des angeblich unproblematischen Eingriffs kann man denn auch in unserer Gesellschaft nur schwer reden. Das gilt auch fürs kirchliche Umfeld. Deshalb haben wir heute zahlreiche Betroffene, welche still leiden und mit ihrem «Geheimnis» allein bleiben. Für viele drängen sich später Fragen auf wie: «Was wäre, wenn es dennoch gesund gewesen wäre?» oder «Jetzt wäre mein Kind drei Jahre alt. Wie es jetzt wohl aussehen würde?» Die Not ist besonders gross, wenn die Geburt eines späteren Wunschkindes ausbleibt.

Ein Gast mit Rechten
Die Betonung der Würde und Unantastbarkeit jedes menschlichen Lebens stellt das Selbstbestimmungsrecht der Frau («Mein Bauch gehört mir!») nicht in Frage. Sie erinnert nur daran, dass ein möglicher Gast (und möglicherweise ein Gast mit einer Beeinträchtigung) in diesem Bauch auch seine Rechte hat und von uns willkommen geheissen werden möchte.

Der Dank-, Buss- und Bettag vom 16. September bietet eine Gelegenheit, sich dankbar zu zeigen für das Geschenk des Lebens. Busse zu tun, wo unser Handeln nicht dem Leben dient. Und darum zu bitten, dass unsere Gesellschaft auch das Ungeborene vorbehaltlos willkommen heisst. Und schlussendlich so zu handeln, dass wir als Christinnen und Christen ein Umfeld schaffen, in dem Hilfe, Verarbeitung und Vergebung Raum finden.

Distanzierung gegenüber Trittbrettfahrern
Schliesslich ein Wort zum aktuellen Kontext: Die SEA als Mitträgerin des «Marsch für’s Läbe» distanziert sich ausdrücklich von antidemokratischen Trittbrettfahrern insbesondere und namentlich von der PNOS, welche den Marsch für Ihre Zwecke nutzen wollen. Für die SEA steht der Schutz des Lebensrechts ungeborener Kinder im Zentrum ihres Engagements für den Marsch. Gewaltverherrlichende und diskriminierende Parolen haben am friedlichen «Marsch für’s Läbe» keinen Platz!

Kontakte
Wilf Gasser
Präsident SEA & OK-Mitglied des MfL
wi.gasser@bluewin.ch
Tel. 079 645 29 44

Marc Jost
Generalsekretär SEA
mjost@each.ch

Simon Bucher
Kommunikation SEA
sbucher@each.ch

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